Das Kavalier Dalwigk

Ein Gebäude mit Karriere

Ein imposanter Teil der historischen Festungsanlagen Ingolstadts, in dem heute die Zukunft entworfen wird. Artillerieplattform, Fabrikgebäude und Startup-Incubator, die transformative Geschichte eines Bauwerks erzählt mit unseren Modellen.

Von Anfang an: kurze Geschichte des Dalwigk

Dieser beeindruckende rote Ziegelbau ist Teil der historischen Festungsanlagen in Ingolstadt. Ein sogenanntes „Kavalier“ diente in Festungskomplexen des 18. und 19. Jahrhunderts als erhöhte Plattform hinter der eigenen Festungsmauer, auf der Artillerie positioniert wurde um potenzielle Angreifer zu bombardieren, bevor sie die Festungsmauer erreichen konnten. Errichtet wurde das Gebäude zwischen 1828 und 1841. Durch Fortschritte in der Artillerietechnik wurde die Reichweite der Geschütze so groß, dass das Kavalier Dalwigk seinen militärischen Zweck verlor. Es wurde anschließend industriell genutzt und mehrfach massiv umgebaut, weshalb es seine gegenwärtige Form hat. Der prominente Wasserturm vorne und das Trafohäuschen hinten wurden nachträglich aufgebaut und ein bogenförmiger Gebäudeflügel wurde abgerissen.

Das Dalwigk heute

Aktuell beheimatet das Kavalier Dalwigk den Startup-Incubator „Brigk„. Auch hierfür wurde das Gebäude grundlegend baulich verändert. Weithin sichtbar ist dies durch den Anbau einer Treppe und eines Fahrstuhls, der direkt vom Eingangsbereich auf die Dachfläche des Gebäudes führt.

Als Teil der historischen Ingolstädter Festungsanlagen wird die Geschichte des Kavalier Dalwigk vom „Förderverein Bayerische Landesfestung Ingolstadt e.V.“ erforscht und ist auch in der eigens für Ingolstadt entwickelten „Festungsapp“ verzeichnet. Die Geschichte der Ingolstädter Festungsanlagen wird in einer „Storymap“ erzählt.

ModelForge modelliert die Baugeschichte

Die auffällige gegenwärtige Form des Gebäudes, die mit seiner bewegten Erhaltungsgeschichte in Verbindung steht, gab uns die Möglichkeit mithilfe unserer Modelle genau diese Geschichte zu erzählen und darzustellen. Das unten gezeigte modulare Modell ist so modelliert, dass es das Gebäude in seinen Rollen als Artillerieplattform, Industriegebäude und gegenwärtig als Fläche für Veranstaltungen, darstellen kann.


Das Dalwigk analog und digital.

Vergleichsvideos

Zwei Videos zeigen das selbe Gebäude links vor Ort mit der Drohne aufgenommen am Tag des Probescans. Rechts das digitale fotogrammetrische Modell. Durch unser fotogrammetrisches Verfahren, werden auch nicht plastische Veränderungen der Fassade (bspw. Graffiti) ins digitale Modell übertragen.


Das Dalwigk interaktiv in 3D

Digitale 3D-Modelle des Kavalier Dalwigk.

Dies ist das digitale Modell, wie es in der Slicingsoftware aussieht, bereit für den 3D-Druck. Auffallend ist der hohe Detailgrad und die gute Plastizität der der Außenfassade. Dank den Daten des Bayerischen Ministeriums für Digitalisierung, Breitband und Vermessung konnten wir unser Modell in das dreidimensionale Gelände setzen.



Digitalisierung mit Mehrwert.

Wie wir mit unseren Modellen Geschichte erzählen.

Die Artillerieplattform im Gelände.

Für den ursprünglichen Zweck des Kavalier Dalwigk war die Positionierung und Ausrichtung des Gebäudes essenziell. In diesem Geländemodell – das unseren Scan des Gebäudes kombiniert mit Geländedaten des Bayerischen Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung – wird dies gut sichtbar. Im Vordergrund verläuft das Gelände flach in zwei Terrassen. Die untere Terrasse ist das Flussbett der Donau, die obere die Straße, die vor dem Gebäude verläuft. Ein potenzieller Angreifer musste also direkt vor dem Gebäude vorbeimarschieren und konnte vom Kavalier aus unter Beschuss genommen werden.

Modularität veranschaulicht Veränderung.

Hier ist das Gebäudemodell zu sehen, Wasserturm und Trafohäuschen abgenommen. In dieser Form konnten auf der Dachfläche des Gebäudes Kanonen aufgestellt werden und durch die erhöhte Lage bis vor die Stadtmauer feuern.

Geschichte zugänglich erzählen

Die hier im Modell platzierten Tische und der Schirm sind zwar etwas zu groß geraten, das wissen wir. Dennoch lässt sich mit diesen Requisiten (die sicher in Turm und Trafohäuschen verstaut werden können) darstellen, wie das Kavalier von der Waffenplattform zur Veranstaltungsfläche wurde. Sollte das Gebäude einen erneuten Karrierewechsel planen, sind wir mit unserer modularen Bauweise in jedem Fall gerüstet.


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